
Dieses Modul erweitert den Analysefokus der Kinderperspektive um die Ebene des professionellen Handelns und nimmt das medienpädagogische Handeln der Fachkräfte aus verschiedenen Perspektiven umfassend in den Blick.
Wir verstehen pädagogisches Handeln als ein relationales und strukturelles Handeln. Professionalität wird demnach nicht allein durch einzelne Akteur*innen mit ihren individuellen Kompetenzen hergestellt, sondern ist stets durch vielfältige Einflussfaktoren bedingt, die auf gesellschaftlicher, struktureller und organisationaler Ebene wirken. Im Modul konzipieren und erforschen wir professionelles medienpädagogisches Handeln als ein Wechselspiel dieser Ebenen. In den Arbeitspaketen des Moduls nehmen wir folgende Aspekte medienpädagogischen Handelns in den Blick:
Wir sichten relevante bildungspolitische Dokumente, wissenschaftliche Veröffentlichungen und Positionspapiere von Verbänden, Institutionen, Trägern und Vereinen, die eine frühe Medienbildung adressieren. Mithilfe der Situationsanalyse nach Adele Clarke (2018) werden wir zentrale Themen, Argumente und Perspektiven in der frühen Medienbildung herausarbeiten. Diese Methode ermöglicht eine Darstellung der um die frühe Medienbildung sowie die zugrundeliegenden Annahmen dieser. Wir analysieren, welchen Einfluss die unterschiedlichen Positionen auf die institutionellen Erwartungen und organisationalen Strukturen in der frühen Medienbildung haben.
Medienpädagogisches Handeln in der Kita
Um die institutionellen Rahmenbedingungen und die Perspektiven von Akteur*innen in der Praxis zu erfassen, führen wir Interviews mit pädagogischen Fachkräften, mit Kita-Leitungen und Vertreter*innen von Trägern durch, um die Bedingungen und Anforderungen an das professionelle Handeln in der frühen Medienbildung herauszuarbeiten.
Der Fokus liegt auf folgenden Fragen:
Die Ergebnisse dienen dazu, die spezifischen Bedingungen und Herausforderungen einer professionellen Medienbildung im pädagogischen Alltag zu ermitteln.
Perspektiven der Grundschule auf die Medienbildung in Kitas
Die Medienbildung findet institutionsübergreifend entlang einer Bildungskette statt. Deshalb ist die Gestaltung des Übergangs von Kita auf Grundschule von zentraler Bedeutung für eine kontinuierliche Medienbildung, die das Aufwachsen der Kinder systematisch begleitet. Um Gelingensbedingungen und Herausforderungen dieses Übergangs genauer zu beschreiben, untersuchen wir die Perspektive von Grundschullehrkräften auf die frühe Medienbildung. Dazu führen wir qualitative Interviews mit Grsforderungen im Übergang zu erfassen. Der Fokus liegt auf folgenden Fragen:
Die Ergebnisse dienen dazu, Gelingensbedingungen und Herausforderungen im Übergang zwischen Kita und Grundschule zu identifizieren.
Handungsorientierungen pädagogischer Fachkräfte
Um das Verhältnis zwischen den Erwartungen und Bedingungen der frühen Medienbildung mit dem medienpädagogischen Handeln an Kitas zu klären, führen wir Gruppendiskussionen mit Elementarpädagog*innen. In diesen Gesprächen klären wir, ob und inwiefern die Handlungsbedingungen und -erwartungen mit der medienpädagogischen Handlungspraxis der Pädagog*innen in Einklang stehen und ob sich Spannungen oder Widersprüche ergeben.
Die Ergebnisse ermöglichen es, die frühe Medienbildung als professionelles Handeln innerhalb bestehender Rahmenbedingungen und Erwartungen zu erforschen und zu verstehen. So erfahren wir, welche Formen medienpädagogischen Handelns innerhalb bestehender Rahmenbedingungen möglich und zielführend sind.